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Reh am Rand einer Landstraße am Waldrand in der herbstlichen Abenddämmerung
In der Dämmerung queren Rehe und Wildschweine besonders häufig die Straßen am Waldrand.

Im Herbst sind auf den Landstraßen rund um Wald und Feld mehr Tiere unterwegs, als viele Autofahrer ahnen. Rehe, Wildschweine und Füchse sind vor allem in der Dämmerung aktiv, und genau diese Zeit fällt jetzt mit dem Berufsverkehr zusammen. Wer weiß, worauf es ankommt, schützt sich selbst und die Tiere.

Warum gerade jetzt so viel passiert

Mit den kürzeren Tagen verschiebt sich die Dämmerung in die Stunden, in denen viele Menschen zur Arbeit fahren oder heimkommen. Nach der Zeitumstellung am 25. Oktober fällt der abendliche Berufsverkehr auf einen Schlag eine Stunde tiefer in die Dunkelheit. Hinzu kommt, dass abgeerntete Felder den Tieren weniger Deckung bieten und sie auf der Suche nach Nahrung weitere Wege zurücklegen.

Besonders kritisch sind Straßen, die zwischen Wald und Feld verlaufen, sowie Abschnitte mit Warnschildern für Wildwechsel. Diese Schilder stehen nicht zufällig dort, sondern meist an Stellen, an denen es schon öfter geknallt hat.

Auch Nebel und nasses Laub spielen eine Rolle. Bei schlechter Sicht erkennt man Tiere später, und auf rutschiger Fahrbahn verlängert sich der Bremsweg. Wer früh am Morgen oder spät am Abend über Land fährt, sollte deshalb ein paar Minuten mehr einplanen. Zeitdruck ist einer der häufigsten Gründe, warum in Waldstücken zu schnell gefahren wird.

Vorausschauend fahren

Die wichtigste Regel ist einfach: in Waldnähe langsamer fahren und die Straßenränder im Blick behalten. Leuchtende Augen im Scheinwerferlicht sind oft das erste Zeichen. Taucht ein Tier auf, sollten Sie abblenden, denn grelles Fernlicht lässt viele Tiere erstarren. Hupen kann helfen, das Tier zu vertreiben.

Wo ein Reh über die Straße läuft, folgen häufig weitere. Bei Wildschweinen ist es fast die Regel, dass eine ganze Rotte unterwegs ist. Nach dem ersten Tier also nicht gleich wieder beschleunigen. Lässt sich ein Zusammenstoß nicht mehr vermeiden, gilt: Lenkrad gut festhalten, kräftig bremsen und nicht ausweichen. Ein unkontrolliertes Ausweichmanöver endet schnell am Baum oder im Gegenverkehr und ist meist gefährlicher als der Aufprall mit dem Tier.

Wenn es doch passiert ist

Nach einem Wildunfall ist ruhiges Vorgehen gefragt. Diese Schritte haben Vorrang:

  • Warnblinker einschalten, Warnweste anziehen und die Unfallstelle mit dem Warndreieck absichern.
  • Die Polizei verständigen. Sie informiert in der Regel die zuständige Jägerin oder den zuständigen Jäger.
  • Ein verletztes Tier nicht anfassen und nicht verfolgen. Verletztes Wild kann in Panik geraten und sich heftig wehren.
  • Ein totes Tier nur mit Handschuhen an den Rand ziehen, wenn es gefahrlos möglich ist, und es auf keinen Fall mitnehmen. Das wäre Wilderei.
  • Die Unfallstelle, das Tier und die Schäden am Auto fotografieren und sich eine Wildunfallbescheinigung ausstellen lassen, die für die Versicherung meist nötig ist.

Auch kleine Tiere zählen

Nicht jeder Zusammenstoß betrifft ein Reh. Igel, Füchse, Dachse und Katzen sind im Herbst ebenfalls viel unterwegs. Auch hier lohnt es sich anzuhalten, wenn es sicher möglich ist. Ein verletztes kleineres Wildtier sollte möglichst schnell zu einer Wildtierstation oder in eine Tierarztpraxis gebracht werden. Vorsichtig mit Handschuhen oder einer Decke aufnehmen, in einen Karton mit Luftlöchern setzen und dunkel sowie ruhig halten. Futter und Wasser bitte nicht aufdrängen, das überlässt man besser den Fachleuten.

Es lohnt sich, die Nummer der nächsten Wildtierstation im Handy gespeichert zu haben. Im Ernstfall muss man dann nicht erst suchen, und dem Tier ist mit jeder gewonnenen Minute geholfen.